Die Biografie

 

Biografische Notizen

I

Erfahrungen eines reich befrachteten Lebens (geb.1921), einer Reihe verantwortungsvoller Aufgaben und einer Vielzahl von Aufenthaltsorten und beruflichen Reisen:

aufgewachsen in Bulgarien (18 Jahre), Studium in Bern (Dr.iur), 20 Jahre im diplomatischen Dienst der Schweiz, wovon 11 Jahre in den USA, dann in Paris, Genf, Brüssel spezialisiert in Fragen der europäischen Integration, Leiter des Informationzentrums der Uhrenindustrie für Nordamerika (4 Jahre), Generalsekretär des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements, besonders beauftragt mit der Redaktion eines liberaleren Uhrenstatuts und Betreuung der Kleinen und Mittleren Unternehmen (Risikokapital), 17 Jahre Genraldirektor der Schweizermustermesse, Oeffnung der Messe für ausländische Produkte und Aussteller, Bau des Kongresszentrums Basel mit Hotel und Modernisierung der Infrastruktur (Garage für 1500 Parkplätze), Generalkommissär des schweizerischen Pavillons an der Weltausstellung in Brisbane (1988).

Seit der Pensionierung 1988 habe ich mich vollständig selbständig gemacht, indem ich heute keiner Partei, keiner Firma, keinem Verwaltungsrat oder irgendeiner Gruppierung transnationaler Superfusionen, internationaler staatlicher und privater Zusammenballungen oder irgendwelchen finanziellen, politischen, religiösen, philosophischen, kulturellen, humanitären oder sonstwie gearteten Organisationen angehöre. Deshalb war es mir bei meinen zahlreichen Kommentaren und Zeitungsartikel der letzten 10 Jahre möglich, unabhängig und objektiv, aber auch engagiert zu sein.

 

Das Malen - Das Schreiben
kadi@datacomm.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Biographische Notizen

 

Auslandschweizer, in Bulgarien als Sohn eines Eisenbahningenieurs aufgewachsen, der seit 1900 im Balkan tätig war, drei Brüder, die in Skopje (Mazedonien) Saloniki (Griechenland) und Ankara (Türkei) während der Balkankriege und dem ersten Weltkrieg geboren sind, selber 1921 in der Schweiz, gewissermassen als Nebenprodukt der Arbeit des Vaters bei der Erweiterung des Gotthardtunnels, in Faido, Kanton Tessin, zur Welt gekommen, um, ein Jahr alt, nach Bulgarien gebracht zu werden, wo der Vater wieder an Eisenbahnlinien baute.

Eine schwierige, aber äusserst interessante Jugend, die mich dem slawischen Kulturkreis und den von der 500 jährigen Herrschaft des osmanischen Imperiums zurückgebliebenen islamischen Einflüssen öffnete. Nach der Matura in Sofia, Studium in Bern, mit 22 Jahren Dr. iur. und dann 20 Jahre Bundesdienst mit einem regelrechten Zigeunerleben: vom äusserst jungen, blauäugigen Strafuntersuchungsrichter gegen kriegswirtschaftliche Vergehen (Schwarzschlachtungen) in Neuenburg, Mitarbeiter an der AHV und danach des Völkerrechtsberaters des Bundesrats in Bern, ab 1949 Vizekonsul in New York mit Spezialisierung im amerikanischen Einwanderungsrecht, Leiter des Rechtsdienstes der schweizerischen Legation (heute Botschaft) in Washington, Versetzung 1955 nach Paris zur schweizerischen Delegation bei der damaligen Europäischen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit, von da an beauftragt mit Fragen der europäischen Integration in Bern, als stellvertretender Delegationschef bei der Efta in Genf, danach in der gleichen Funktion in Brüssel bei der damaligen EWG, heute EU.

Als 1964 die Integrationsfragen (Assoziationsverhandlungen der Schweiz, für welche ich nach Brüssel geschickt worden war) wegen der damaligen Ablehnung des Beitritts von Grossbritannien zur EWG ins Stocken geraten waren, verliess ich den Bundesdienst und ging als Leiter des Informationsbüros der schweizerischen Uhrenindustrie für Nordamerika nach New York, wo ich massgeblich an der Regelung der Antitrustprozesse gegen die schweizerische Uhrenindustrie mitgewirkt habe, sowie gleichzeitig die Beteiligung der schweizerischen Uhrenindustrie (mit der ersten Atomuhr) am Schweizerpavillon in Montréal organisierte. 1968 holte mich BR Schaffner zurück, um ein neues, liberaleres und weltoffeneres Uhrenstatut (Gesetz) zu schaffen, gleichzeitig für die kleinen und mittleren Unternehmen neue Entwicklungsmöglichkeiten zu suchen, vor allem auch bei den Banken mehr Verständnis für das damals dringend benötigte und in der Schweiz vollständig fehlende "risk capital" zu wecken. Eine sehr lehrreiche Zeit, die, inzwischen zum Generalsekretär des Volkswirtschaftsdepartements befördert, mit meiner Berufung 1971 nach Basel als Generaldirektor der Mustermesse endete.

In Basel blieb ich 17 Jahre, aber leider ohne sesshafter zu werden, weil ich weltweit zur Werbung für Basel und seine Messen herumreiste, wiederholt China, Russland, die meisten mittel- und osteuropäischen Staaten, Westeuropa, Australien, den fernen Osten, besonders Hong Kong und Singapore bereiste. Meine Haupttätigkeit konzentrierte sich darauf, die Mustermesse und alle anderen Fachveranstaltungen ausländischen Produkten und Ausstellern zu öffnen. Als Folge davon entstand die bekannte damals europäische, heute Weltmesse für Uhren und Schmuck genannte Veranstaltung und eine Reihe neuer Fachmessen vor allem auch auf dem Gebiet der Informatik.

Die veraltete Infrastruktur der Messe ist in dieser Zeit modernisiert oder ganz neu gestaltet worden, wozu unter meiner Leitung mehr als 250 Millionen Schweizerfranken aufgewendet wurden. Die Finanzierung erfolgte, im Gegensatz zu heute, durch Bankdarlehen, die von der Mustermesse durch ihre Tätigkeit amortisiert oder zumindesten der Zins dazu aufgebracht werden musste. In diese Periode fällt der Bau eines Parkhauses mit 1200 Plätzen, des 5000 Plätze in über 20 Sälen verschiedenster Grösse anbietenden Kongresszentrums in Verbindung mit dem 250 Zimmer Hotel unter dem gleichen Dach.

Dazu kam eine Reihe anderer Aufgaben, wovon nur die wichtigsten erwähnt seien, wie Zentralpräsident der schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft, Gründung eines Instituts für Weiterbildung im Aussenhandel, Generalkonsul von Monaco, Generalkommissar des Schweizerpavillons an der Weltausstellung in Brisbane, Australien usw. usf. Dazu Vorträge besonders über mein Steckenpferd "die Gefahren der modernen Industriegesellschaft für Mensch, Gesellschaft und Staat".

Diese fast endlose Reihe verschiedenartigster Aufgaben fand endlich ihr Ende im Alter von 67 Jahren. Von da an, das heisst die letzten zehn Jahre habe ich meine Zeit nicht, wie das so üblich ist, in zahlreichen möglichst lukrativen Verwaltunsratsmandaten und anderen "honorigen" Stellen, bei denen es ohnehin nichts zu sagen gab, vertan. Uebrigens gleich, wie ich es mein Leben lang abgelehnt habe, solche Stellen anzunehmen. Dafür lernte ich im Alter die Selbständigkeit schätzen, die einem die Beherrschung der modernen elektronischen Mittel gibt und konnte, so als freier Journalist, die Stimme der Andern zum Wort kommen lassen.

Die restliche Zeit gehörte meinem seit 1960 begonnen eigentlichen "Hauptberuf" als Kunstmaler. Denn es ging mir um den Beweis, dass Wirtschaft und Kultur nicht zueinander im Konflikt stehen, sondern als Ausdruck kreativer menschlicher Tätigkeit die gleiche Wurzel haben und dass gerade ältere Menschen neue Kraft aus künstlerischer Tätigkeit zu schöpfen vermögen, und dass viel mehr Menschen dazu fähig sind als sie glauben, wie ich das im Altersheim von Estavayer-le-Lac gegenwärtig zu beweisen versuche.

Ohne den sicheren Rückhalt bei meiner Familie hätte ich all diese Aktivitäten niemals bewältigen können: Meine Frau Simonne, geb. Martin, mit der ich seit über 42 Jahren verheiratet bin, war mir während dieser Zeit nicht nur ein sicherer und zuverlässiger Partner, sondern sie inspirierte mich mit ihrem Elan und ihrer künstlerischen Kreativität. Mütterlicherseits stammte sie aus dem tiefen, eigenständigen und wiederstandsfähigen Südwesten Frankreichs ( der Corrze, übrigens gleich wie Chirac) und väterlicherseits aus einem schwierigen Quartier im Zentrum von Paris: sie vermittelte mir so den heute noch in vielen Bevölkerungsteilen Frankreichs stark ausgeprägten Familiensinn, gleichzeitig erschloss sie mir den französischen Kulturkreis. Dank ihr ist Frankreich heute für mich zu einer geistigen Heimat geworden, gleich wie der bulgarisch/slawische Kulturkreis es von meiner Jugend ( meine Mutter war halbe Bulgarin) und das Schweizertum von meinem Vater her sind. Meiner Tochter Catherine als dipl. Zeichnungslehrerin an der Schule für Gestaltung in Basel, ihrer intensiven Mitarbeit beim Hyperstudio der Ingenieurschule in Muttenz sowie ihren profunden Kenntnissen der Computer-Internet-Welt verdanke ich zuerst das steigende Interesse am Malen und die im Pensionsalter so wichtige grosse Selbständigkeit bei der Textverarbeitung und dem Internet-Surfen. Ohne sie wäre übrigens die vorliegende Homepage gar nicht möglich gewesen. Ein Sohn und eine Tochter aus erster Ehe haben sich mit meinen vier Enkelkindern symetrisch in Frankreich (die Tochter Rosemarie, eine Tochter und ein Sohn) und in Basel (der Sohn Friedrich, zwei Söhne ) niedergelassen, was noch mehr meine europäische Verwurzelung verstärkt, aufgelockert allerdings durch meine längeren Aufenthalte (10 Jahre) in den USA sowie eine gehörige Portion an bernischem Eigenständigkeitsbedürfnis.

Estavayer-le-Lac, März 2000

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